Heidelberger Poetikdozentur 2017

Programm

FRANK WITZEL

»Über den Roman – hinaus«

 

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Frank Witzel. Copyright: Gianni Plescia

Frank Witzel wurde am 12. November 1955 in Wiesbaden geboren. Nach dem Abitur studierte er Soziologie und Philosophie in Frankfurt/Main u. a. bei Alfred Schmidt. Sein erster Gedichtband »Stille Tage in Cliché« erschien 1978. Frank Witzels künstlerisches Spektrum umfasst Romane, Essays, Katalogtexte, Reden zu Ausstellungseröffnungen, Gespräche und Buchillustrationen. Der erste Roman »Bluemoon Baby« erschien 2001 weitgehend unbemerkt von der literarischen Öffentlichkeit; der Durchbruch kam mit dem vierten Roman »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969«, der 2015 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Frank Witzel lebt in Offenbach.
 

Bundesrepublikanische Alltagsgeschichte und Popkultur, gewagte philosophische Diskurse und schräge, abseitige Perspektiven schießen in Witzels Romanen zu einer eigenwilligen Mischung zusammen. In »Bluemoon Baby« (2001) agiert ein hessischer Gymnasiallehrer als Schlüsselfigur einer weltweiten Verschwörung, »Revolution und Heimarbeit« (2003) erzählt die verwickelte Geschichte eines jungen deutsch-amerikanischen Journalisten, »Vondenloh« (2008) präsentiert absurde Ereignisse um eine Schriftstellerin, deren Werke nie länger sind als 120 Seiten.
 

Tiefe Einblicke in die Kultur der Bundesrepublik eröffnet auch »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969«. Das 800 Seiten starke Romankonstrukt voller Reminiszenzen an die Pop- und Beatkultur reflektiert die Übergangsphase zwischen Kindheit und Jugend in einem typisch westdeutschen Milieu der ausgehenden 1960er Jahre aus der (unzuverlässigen) Perspektive eines Dreizehnjährigen. In der radikalen Subjektivität der Darstellung, den unvermittelten Zeitsprüngen und zahllosen Perspektivwechseln entsteht ein beunruhigendes Bild von der alten BRD, in dem ein Haufen selbst ernannter antikapitalistischer Revolutionäre und Brandstifter die eigentliche Faszination darstellt.

 

Werke (Auswahl)

 

Stille Tage in Cliché (1978) 

Bluemoon Baby (2001) 

Revolution und Heimarbeit (2003) 

Plattenspieler (2005; zus. mit Klaus Walter u. Thomas Meinecke) 

Vondenloh (2008) 

Die Bundesrepublik Deutschland (2009; zus. Klaus Walter u. Thomas Meinecke) 

Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 (2015) 

BRD noir. Die Ungleichzeitigkeit von Biografie und Geschichte (2016; zus. mit Philipp Felsch)

 

Auszeichnungen

 

2012: Robert-Gernhardt-Preis 

2015: Deutscher Buchpreis

 

 

 

Programm

 

Donnerstag, 22. Juni 2017, 19:15 Uhr

Die Vorbereitung des Romans

Erste Poetikvorlesung mit Frank Witzel

Begrüßung: Prof. Dr. Jörg Riecke, Dekan der Neuphilologischen Fakultät

Dr. Andrea Edel, Leiterin des Kulturamtes Stadt Heidelberg

Einführung: PD Dr. Friederike Reents

Alte Universität, Aula

Grabengasse 1 ∙ 69117 Heidelberg

Eintritt frei

 

 

 

Freitag, 23. Juni 2017, 18:00 Uhr

Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

Lesung und Gespräch mit Frank Witzel

im Rahmen der 23. Heidelberger Literaturtage im Aufbruch

Spiegelzelt auf dem Universitätsplatz

Eintritt: 10.- €, erm. 7.- €

 

 

Donnerstag, 29. Juni 2017, 19:15 Uhr

Die Durchführung des Romans

Zweite Poetikvorlesung mit Frank Witzel

Neue Universität, Hörsaal 13

Grabengasse 3 ∙ 69117 Heidelberg

Eintritt frei

 

 

 

Donnerstag, 6. Juli 2017, 19:15 Uhr

Das Ende des Romans

Dritte Poetikvorlesung mit Frank Witzel

Neue Universität, Hörsaal 13

Grabengasse 3 ∙ 69117 Heidelberg

Eintritt frei

 

 

 

 
Veranstalter:
Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Heidelberg.
 
Kontakt:
Privatdozentin Dr. Michaela Kopp-Marx

 

Die Heidelberger Poetikdozentur wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Heidelberg.
 

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Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren Dr. Karin Koepff und Dr. Peter Koepff.

 

Copyright Autorenfoto: Gianni Plescia

Letzte Änderung: 14.06.2017
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